Warum sich ein früher Start bei der Altersvorsorge lohnt

Bei der Altersvorsorge zählt Zeit mehr als fast alles andere. Jedes Jahr, das du früher beginnst, ist ein weiteres Jahr Zinseszins, und dieses Jahr kommt am Ende dazu, wenn es am meisten bewirkt.

Was Warten kostet

Vergleichen wir Menschen, die 300 € im Monat bei 5 % Rendite im Jahr sparen und mit 67 in Rente gehen:

Start mit Sparjahre Eingezahlt Endkapital
27 40 144.000 € 457.806 €
37 30 108.000 € 249.678 €
47 20 72.000 € 123.310 €
57 10 36.000 € 46.585 €

Wer mit 37 statt mit 47 anfängt, zahlt 36.000 € mehr ein und hat am Ende 126.368 € mehr. Aus jedem zusätzlichen Euro werden rund 3,50 €.

Man kann es auch so sehen: Um die 249.678 € zu erreichen, muss jemand mit Start 47 rund 607 € im Monat sparen. Das ist doppelt so viel Aufwand, weil zehn Jahre gefehlt haben.

Die Zahlen gelten vor Steuern und Kosten und setzen eine gleichbleibende Rendite voraus, die es in der Realität nicht gibt. Märkte können fallen, und kurz vor der Rente wiegt das besonders schwer. Die Rechnung zeigt die Größenordnung, sie verspricht kein Ergebnis.

Schau auf die heutige Kaufkraft

In einigen Jahrzehnten werden die Preise höher sein. Bei 2 % Inflation kaufst du für einen Betrag in 32 Jahren etwa halb so viel wie heute. Die 249.678 € aus der Tabelle entsprächen nach 30 Jahren heutigen rund 137.800 €.

Der Altersvorsorge-Rechner zeigt deine Rente in heutigem Geld, damit du sie mit deinen aktuellen Ausgaben vergleichen kannst. Das ist die Zahl, auf die es ankommt.

Wie viel brauchst du?

Eine Zahl für alle gibt es nicht. So bekommst du eine erste Vorstellung:

  1. Sieh nach, was du schon erwarten kannst. Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir ab 27 Jahren in der Regel jedes Jahr eine Renteninformation. Bedenke, dass die Rente steuerpflichtig sein kann und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen.
  2. Schätze deine Ausgaben. Viele geben im Ruhestand weniger aus, etwa ohne Kreditrate oder Arbeitsweg, dafür womöglich mehr für Gesundheit oder Reisen.
  3. Ermittle die Lücke. Was fehlt, muss deine private Vorsorge schließen.
  4. Rechne vorsichtig nach. Nimm eine bescheidene Rendite und eine etwas höhere Inflation. Eine angenehme Überraschung ist besser als eine böse.

Welche Wege es gibt

In Deutschland gibt es mehrere Bausteine, darunter die betriebliche Altersversorgung, staatlich geförderte Modelle und das freie Sparen, etwa mit einem breit gestreuten Fondssparplan. Sie unterscheiden sich stark bei Steuern, Kosten, Risiko und Flexibilität. Wenn dein Arbeitgeber etwas dazugibt, lohnt es sich besonders, genau hinzuschauen.

Dieser Artikel empfiehlt kein bestimmtes Produkt. Regeln und Förderungen ändern sich. Lies die Unterlagen genau oder hol dir bei Bedarf unabhängigen Rat, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale.

Wenn du später anfängst

Das ist kein Grund, es zu lassen. Jedes Jahr zählt, und oft kannst du in dieser Lebensphase mehr zurücklegen. Dir stehen mehrere Hebel zur Verfügung:

Wenig hilfreich ist es dagegen, verlorene Zeit mit hohen Renditen aufholen zu wollen. Kurz vor der Rente bleibt nach einem Kurssturz weniger Zeit, sich zu erholen.

Wenn du gerade erst anfängst

Bist du jung und das Gehalt reicht gerade so, gibt es eine gute Nachricht: Du brauchst für den Start nicht viel.

Überall gleich bleibt die Größenordnung: Wer zehn Jahre früher startet, muss für dasselbe Ergebnis deutlich weniger sparen. Probiere deine Zahlen im Altersvorsorge-Rechner aus.

Quellen

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